Deutsch-Französischer Tag (22. Januar 2009)

Der Deutsch-Französische Tag 2009 sollte besonders den Stellenwert der jeweiligen Partnersprache betonen, unter dem Motto: "Mettez l’allemand dans votre jeu ! - Bringt Französisch ins Spiel!".

Zu den herausragenden Ereignissen gehörte das Kolloquium "Ein Paar mit vielen Partnern? Neue globale Herausforderungen für Frankreich, Deutschland und Europa" in Paris. Der europäische Luft - und Raumfahrtkonzern EADS, der deutsch-französische Kulturkanal ARTE und die Robert Bosch Stiftung luden zu einer Debatte mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und
Zivilgesellschaft über die Herausforderungen und die Zukunft der deutsch-französischen Zusammenarbeit ein. Eröffnet wurde das Kolloquium von den Beauftragten für die deutsch-französische Zusammenarbeit, Günter Gloser und Bruno Le Maire.

Außerdem nahmen Gloser und Le Maire an einem in Zusammenarbeit mit dem Kultursender ARTE veranstalteten Live-Chat teil und verliehen den Adenauer-de Gaulle-Preis an die Künstler Christian Boltanski aus Frankreich und Anselm Kiefer aus Deutschland.

- Video-Interviews mit Günter Gloser und Bruno Le Maire

Daneben besichtigten Gloser und Le Maire das Unternehmen Robert Bosch in Saint-Ouen und trafen mit Schülern des Lycée Paul Eluard in Saint Denis zusammen. In Saint-Ouen besuchten die Minister auch das “Resto du Coeur“. Die vom französischen Komiker Coluche 1985 gegründeten „Restaurants du Coeur“ geben heute landesweit in 1.900 Ausgabestellen etwa 91 Millionen Essen an 700.000 Bedürftige im Jahr aus.

Günter Gloser erklärte am 21.01. zu den deutsch-französischen Beziehungen: „Der Deutsch-Französische Tag unterstreicht die enge Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich in besonderer Weise. Unsere enge Partnerschaft und unser gemeinsames Handeln sind eine zentrale Voraussetzung dafür, dass unsere beiden Länder und Europa die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise bewältigen. Der Besuch bei den ’Restos du coeur’ ist Bruno Le Maire und mir in diesem Zusammenhang ein wichtiges Anliegen: Wir wollen ein Zeichen unserer Verbundenheit setzen mit den Menschen, die von der Wirtschaftskrise besonders getroffen sind.“

In der Deutschen Botschaft in Paris war der Tag von mehreren Ereignissen gekennzeichnet. Am Morgen zeichnete das Deutsch-Französische Jugendwerk die Preisträger der fünften Auflage des Wettbewerbs "Die Jugend und Europa" aus. Gegen Mittag wurde dann zum zweiten Mal der Preis der Deutschen Botschaft für die deutsche Sprache an sechs Preisträger verliehen.

Der späte Nachmittag bot schließlich Gelegenheit zum Austausch zwischen Jugendlichen und Wissenschaftlern im Forum "Frankreich und Deutschland: Partnerschaft in Bildung, Wissenschaft und Forschung". Die Jugendlichen konnten sich hier mit der deutsch-französischen Zusammenarbeit im Hochschulwesen vertraut machen, sich über Möglichkeiten für ihre eigene Laufbahn informieren und Kontakte zur Wissenschaftsgemeinschaft knüpfen. Die eingeladenen Wissenschaftler waren alle zu Forschungszwecken in Deutschland gewesen.

Zu diesem Anlass präsentierte das Informations- und Dokumentationszentrum der Deutschen Botschaft (CIDAL) seine neue Ausstellung "Deutschland, Land der Forschung und Innovation".

Darüber hinaus fanden überall in Frankreich und Deutschland zahlreiche Veranstaltungen statt.

Zum dritten Mal gab es den "Entdeckungstag", diesmal unter der Schirmherrschaft der Außenminister Steinmeier und Kouchner. Dahinter steckt der Gedanke, den Jugendlichen die Vorteile der Mobilität und des Erlernens der Partnersprache zu verdeutlichen. Sie können zahlreiche Unternehmen und Institutionen in ihrer Region besuchen, die eng mit dem Partnerland zusammenarbeiten - eine Entdeckungsreise in die Wirtschaftswelt. Er richtet sich an alle Schüler in allgemeinbildenden und Berufsschulen von der 6e bis zur Terminale (in Frankreich) bzw. von der 7. bis zur 13. Klasse (in Deutschland).

In Berlin wurden etwa 20 Schüler im Auswärtigen Amt empfangen. Sie konnten sich über die Karriere als Diplomat informieren und mit Diplomaten diskutieren, die mit den deutsch-französischen Beziehungen befasst sind.

Eine weitere Schülergruppe aus der 10. Klasse einer Berliner Oberschule war im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) zu Gast. Die Schüler wurden von Ministerin Ilse Aigner begrüßt und sprachen mit Vertretern der Fachabteilung über die deutsch-französische Zusammenarbeit.

- Die deutsch-französische Zusammenarbeit auf der Seite des BMELV

Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) veranstaltete sowohl in Berlin als auch in Paris einen Tag der offenen Tür, der sich seit seiner Premiere 2005 stets wachsender Resonanz erfreut. Darüber hinaus öffnete das DFJW seine Infotreffs an zahlreichen Orten in beiden Ländern für verschiedene Projekte (Programm siehe rechts oben).

- Zum Video vom Tag der offenen Tür beim DFJW

Die verbindende Rolle des Sports stand im Mittelpunkt der zentralen Veranstaltung im Berliner Rathaus zum Deutsch-Französischen Tag. In einem Podiumsgespräch vor 200 geladenen Schülern debattierten der Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, Klaus Wowereit, der französische Botschafter Bernard de Montferrand, der Rugby-Spieler Florian Fangmann und der Hochspringer Eike Onnen über das Thema „Spiel – Sport – Sprache“. Dabei ging es insbesondere über die Bedeutung sportlicher Begegnungen zwischen Deutschland und Frankreich für die Verständigung.

Die Französische Botschaft in Deutschland veranstaltete im Institut Français in Berlin einen Informationstag für Berliner Gymnasiasten der 12. und 13. Klasse von fünf bilingualen Schulen mit Workshops zur Mobilität und zum Studieren in Frankreich.

Außerdem startete der Verein Böser Wolf am Deutsch-Französischen Tag einen neuen Wettbewerb: „Heureka, ich hab’s! Eurêka, j’ai trouvé !“. Das Thema: große deutsche und französische Innovationen, die die Geschichte und unser Leben verändert haben - zum Beispiel die Levi’s Jeans vom Deutschen Levi Strauss oder die vom Franzosen Jules Rimet ins Leben gerufene Fußball-Weltmeisterschaft.

- Wettbewerb: „Heureka, ich hab’s! Eurêka, j’ai trouvé !“

Das Institut Français in Düsseldorf schließlich setzt in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium und dem Cornelsen-Verlag seinen Internet-Teamwettbewerb "Frankreich und Deutschland auf dem Weg in eine gemeinsame Zukunft" für Schüler aller Jahrgangsstufen aus Nordrhein-Westfalen fort. Eine feierliche Siegerehrung mit Preisverleihung findet am 19. März 2009 im Rahmen der "Woche der Frankophonie" statt.

- Informationen zum Wettbewerb auf der Seite des Institut Français

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