Die beiden Beauftragten für die deutsch-französische Zusammenarbeit, Michael Roth und seine französische Amtskollegin Nathalie Loiseau, verleihen den Adenauer-de Gaulle–Preis 2017

Die Beruflichen Schulen Kehl erhalten den diesjährigen Adenauer-de Gaulle-Preis. Der Preis wird am 6. November 2017 von den beiden Beauftragten für die deutsch- französische Zusammenarbeit, Michael Roth MdB, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt und Nathalie Loiseau, Ministerin für Europäische Angelegenheiten in Frankreich in Berlin verliehen.

Michael Roth und Nathalie Loiseau äußerten sich zur Wahl des Preisträgers:
„Mehr denn je müssen wir heute junge Menschen dazu ermutigen, sich am Aufbau des Europa von morgen zu beteiligen. Sie müssen die Möglichkeit haben, von einem Europa ohne Grenzen in der allgemeinen und beruflichen Bildung oder auf dem Arbeitsmarkt zu profitieren. Europäische Mobilität soll eine Chance für alle jungen Leute sein, nicht nur für Studierende. Auszubildende und junge Berufstätige sollen gleichermaßen von unserem gemeinsamen Europa profitieren. Wir freuen uns darüber, dass im Jahr 2016 345 Deutsche und Franzosen eine grenzüberschreitende Ausbildung absolviert haben. Wir brauchen jedoch noch mehr Brückenbauer. Die Beruflichen Schulen Kehl sind Vorreiter auf diesem Gebiet. Seit über 30 Jahren pflegen sie eine enge Zusammenarbeit mit Partnern in Frankreich, seien es Berufsschulen, Ausbildungszentren oder Arbeits- und Bildungsmessen. Mehr als 50 französische Auszubildende besuchen derzeit die Beruflichen Schulen in Kehl. Diesen herausragenden und konkreten Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft, zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und zum Aufbau eines besseren Europas wollen wir mit dem Adenauer-de Gaulle-Preis 2017 würdigen.“

Die Beruflichen Schulen Kehl (BSK) erhalten den Preis in Anerkennung ihrer richtungsweisenden praktischen Arbeit in der grenzüberschreitenden beruflichen Bildung. Mit einem breiten Angebot an Bildungsgängen und zahlreichen deutsch-französischen Partnerschaften und Kooperationen bieten die BSK jungen Menschen Qualifikationen für ein grenzüberschreitendes Leben und Arbeiten am Oberrhein. Dazu gehört auch die Förderung des Erwerbs der Nachbarsprache sowie der grenzüberschreitenden Mobilität von Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden und Lehrkräften.

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Der Adenauer-de Gaulle-Preis wurde anlässlich des 25. Jahrestages des Elysée-Vertrages am 22. Januar 1988 ins Leben gerufen. Er wird Personen, Initiativen oder Institutionen verliehen, die durch ihr Wirken einen herausragenden Beitrag zur Festigung der deutsch-französischen Freundschaft geleistet haben.

Der Preis erinnert zum einen an die historische Leistung von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, die 1963 mit der Unterzeichnung des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit dem Werk der Aussöhnung zwischen dem deutschen und dem französischen Volk und der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern entscheidende Impulse gaben.

Er soll zum anderen die aktive Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger beider Länder an der Gestaltung der deutsch-französischen Partnerschaft anerkennen und fördern und diesem Engagement einen Rahmen zur Entfaltung bieten. Die beiden Beauftragten stützen ihre Wahl auf den Vorschlag einer deutsch-französischen Jury, die sich aus Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Medien, Wissenschaft und Wirtschaft zusammensetzt und die Vielfalt beider Gesellschaften widerspiegelt. Die aktuellen Jurymitglieder wurden im Frühjahr 2017 auf Vorschlag der Beauftragten für die deutsch-französische Zusammenarbeit durch die Außenminister für einen Zeitraum von vier Jahren berufen. Der Jury gehören von deutscher Seite an: Professor Dr. Bénédicte Savoy, Professorin an der TU Berlin, Daniel Hager, Unternehmer im Saarland und im Elsass, Dr. Franziska Brantner, Bundestagsabgeordnete für Heidelberg und die Bergstraße, Tobias Bütow, Vorsitzender des Deutsch-Französischen Kulturzentrums in Nizza und Peter Boudgoust, Präsident von arte. Der Jury gehören von französischer Seite an: Frau Béatrice Angrand, Generalsekretärin des Deutsch-Französischen Jugendwerks, Frau Nawel Rafik-Elmrini, stellvertretende Bürgermeisterin von Straßburg für europäische und internationale Beziehungen, Herr Karl de Meyer, Chefredakteur von Les Echos weekend, Herr David Capitant, Professor für Öffentliches Recht an der Universität Paris I und Vizepräsident der Deutsch-Französischen Universität und Herr Gunnar Gräf, Professor an der École supérieure de commerce de Paris, Unternehmer und Botschafter der French-Tech in Berlin.

Zu den früheren Preisträgern zählen u. a. Patricia Kaas (1999), Ulrich Wickert (2000), Daniel Brühl (2004), arte (2013), das Deutsch-Französische Jugendwerk (2014) und die Stadt Verdun (2016).

Mehr zu dem Preis und den Preisträgern seit 1989:
http://www.deutschland-frankreich.diplo.de/adenauer-de-gaulle-preis-1320.html

Mehr zum diesjährigen Preisträger, den Beruflichen Schulen Kehl:
http://www.bs-kehl.de/de/schulleben/profil-deutsch-franzoesisch/

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Aktuelle_Artikel/Frankreich/171107_AdGPreis.html

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