Roman Herzog

Roman Herzog

  • Geboren am 5. April 1934 in Landshut.
  • Studium der Rechtswissenschaften in München; Promotion zum Dr. jur. (1958), danach wissenschaftlicher Assistent, 1964 Habilitation. Nach zweijähriger Tätigkeit als Privatdozent erhielt er 1965 einen Lehrstuhl an der Freien Universität Berlin; 1969 wechselte er als Professor für Staatslehre und Politik an die Hochschule für Verwaltungswissenschaft in Speyer, wo er 1971/72 auch Rektor war.
  • Nach einer Zeit als Leiter der Rheinland-Pfälzischen Landesvertretung in Bonn (1973 - 1978) wurde er Kultus- und Sportminister in der Landesregierung Baden-Württemberg. 1980 erfolgte seine Wahl in den Stuttgarter Landtag und seine Ernennung zum Innenminister. Ende 1983 gab er sein Ministeramt auf, um Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts und gleichzeitig Vorsitzender des Ersten Senats zu werden; 1987 übernahm er das Amt des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts.
  • Von 1994 - 1999 war er Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Die europäische Integration sah er als wichtige politische Aufgabe an, für die er sich auf vielfältige Weise engagierte (insbesondere für ein Europa der Bürger und die Osterweiterung).

Laudatio von König Juan Carlos I. von Spanien, Karlspreisträger des Jahres 1982
Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen an Roman Herzog am 8. Mai 1997

Herr Bundespräsident,
meine Damen und Herren,
einmal mehr führt uns die tausendjährige Stadt Aachen, dieser so geschichtsträchtige Ort voller europäischer Symbolik, zu einer Feierstunde zusammen, um unsere gemeinsamen Ideale zu bekräftigen, auf deren Zukunft wir unsere Hoffnung setzen.

Wir haben uns zur Ehrung des jüngsten Karlspreisträgers eingefunden, der sich heute feierlich in die Liste der Persönlichkeiten einreiht, die Berufung und Wille zum Aufbau eines geeinten Europas teilen. Uns als seinen Vorgängern wurde ja bereits die Ehre dieser einzigartigen und höchst bedeutungsvollen Auszeichnung zuteil.

Ich rechne es mir als König von Spanien zur hohen Ehre an, für die Persönlichkeit die Laudatio halten zu dürfen, die uns heute hier versammelt - den Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Professor Doktor Roman Herzog.

Kein anderer Rahmen wäre da besser geeignet als die stolze Stadt Aachen zur Würdigung der hervorragenden Persönlichkeit von Roman Herzog, der heute für seine Verteidigung der moralischen Werte, die der Politik als Anregung dienen sollen und wegen seines vollkommenen wie bedingungslosen Einsatzes für das europäische Ideal mit dem Karlspreis ausgezeichnet wird.

Seine lange und bekannte berufliche Laufbahn als Jurist, Lehrer, Politiker und Verfassungsrechtler ist Gemeingut und zu Recht offenkundig. Heute bietet sich uns nicht etwa die Gelegenheit, im Detail das aufzulisten, was die deutsche Öffentlichkeit, ihre führenden Politiker und ihre europäischen Amtskollegen im allgemeinen zur Genüge kennen und bereits bewertet haben.

Dieser Festakt kann uns jedoch Anlass zur Hervorhebung der Gedankenwelt sein, die der Bundespräsident im Verlauf seines öffentlichen Lebens kundgegeben und veranschaulicht hat. Die vom Denken des Bundespräsidenten ausgehenden Überlegungen als persönlicher Beitrag zum transzendenten Zeitpunkt der Erneuerung von Institutionen und Werten, der sich Europa unmittelbar gegenübersieht, vermitteln uns Bürgern, die wir uns als Europäer fühlen, eine Botschaft der Hoffnung.

Allein Persönlichkeiten seines Zuschnitts mit ihrem auf Erfahrung und Kenntnis des öffentlichen Lebens wohl fundierten geistigen Höhenflug können uns die innewohnende Kraft einer wirklichkeitsnahen und praktischen Orientierung vermitteln, der man bei Staatsgeschäften immer so sehr bedarf.

Ich fühle mich persönlich von seiner eigentümlichen Art angezogen, seiner Begeisterung für große Ideen, letztendlich seinen Idealismus mit einem unbestrittenen und notorischen Pragmatismus in Einklang zu bringen. Von wohlwollendem und entspanntem Gemüt, selbstsicher, voller Geistesgegenwart gegenüber den Schwierigkeiten sowie menschlicher Wärme angesichts der Probleme Dritter, bietet Roman Herzog uns allen ein lebendiges und nachahmenswertes Beispiel für das erreichbare Maß an Reife bei der Verrichtung öffentlicher Aufgaben. "Wahrheit und Klarheit" ist das Motto, dem sich Bundespräsident Herzog zu Beginn seiner Amtszeit als höchster Repräsentant dieses großen Landes Deutschland verschrieben hat.

Schwerlich können wir ihn in seiner festen und eindeutigen Bekenntnis zur Pflichterfüllung übertreffen, auch wenn wir uns selbst gelegentlich "unbequemen Wahrheiten" stellen müssen, wie Sie es so trefflich ausdrücken. Aber wie uns die Heilige Schrift lehrt, "ist es die Wahrheit, die uns frei macht".

Meine Bewunderung richtet sich gleichermaßen auf sein Festhalten an seinen Wurzeln, die Bundespräsident Herzog zu allen Zeiten an den Tag gelegt hat, und auf die Art und Weise, wie bei ihm die Treue zu seinen Ursprüngen und seiner Heimat mit seiner Treue zu Deutschland und dadurch zu Europa einhergehen. Zu diesem Europa, dessen Gedanken wir seit Karl dem Großen und den letzten Tagen des Hochmittelalters teilen, den unsere historischen Universitäten in den nachfolgenden Jahrhunderten vertieften und den wir in unseren Tagen neu überdenken sollten, um die Tragweite und den Anspruch seines Trachtens zu ermessen.

In Bezug auf die europäischen Nationen führt Julián Marías mit Scharfblick an, daß "Europa ihnen allen als Rahmen vorherbestanden hat". Dieser zeitgenössische Denker Spaniens erinnert uns daran, daß "Europa, entfernt davon, die Summe seiner Nationen zu sein, ihnen vorausgeht und diese begründet. Sie alle sind aus ihm, also seiner historischen Substanz hervorgegangen, weshalb Europa in jedem einzelnen Staat als dessen tiefster Grund zugegen ist".

Mit der Festigung des sogenannten modernen Staates orientierte sich der Kontinent durch neue Wege. In Bezug auf das Ideal der Brüderlichkeit und kultureller Verschmelzung blieb der Europagedanke in praktischer Hinsicht ans Ende des geschichtlichen Horizonts verbannt. Die Folgen dessen müssen wir in unseren internen Konflikten, in Bürgerkriegen unter uns Europäern suchen.

Das letzte Halbjahrhundert stand im Zeichen einer wiederentdeckten Vernunft, gleichlaufend mit einem Wiederaufblühen des Europagedankens und dem transzendenten Entschluss und außerordentlich großer Anstrengung, ihn in die Tat umzusetzen. Das ist wahrlich kein Wunsch, dem von einer oder zwei Generationen entsprochen werden kann. Das ist vielmehr ein langwieriges Unterfangen von großer Tragweite und mannigfaltigem Einsatz von Tüchtigkeit und passenden Gelegenheiten.
Es bedarf ständiger Begeisterung und Anreize, Einfallsreichtum sowie unermüdlicher Bestrebungen und steter Ausdauer. Europa braucht geistiges Engagement und großzügige Denkungsart, wie sie Bundespräsident Herzog zu eigen sind, und Völker wie das deutsche zur Überwindung der Erschütterungen der Geschichte und zur Inangriffnahme des Aufbaus des Hauses Europa mit Begeisterung und gleichzeitig mit Hingabe.

Erlauben Sie mir, Herr Bundespräsident, Sie an einen Satz zu erinnern, den Sie einst vor dem Europaparlament in Straßburg sagten:
"Wir haben eine Vision und diese Vision heißt Europa... Jede Vision trägt auch das Risiko des Scheiterns in sich. Allerdings sind Visionen unbequem, anders als Utopien. Für den Eintritt einer Utopie ist niemand verantwortlich, für die Erfüllung von Visionen sind wir es selbst".

Es ist wahr: unseren Erfolg oder unser Scheitern werden wir Europäer von heute gegenüber den Europäern von morgen verantworten müssen, sowie die Regierenden vor unseren jeweiligen Bürgern.

Eine erhabene und folglich eindeutige Tatsache ist uns jedenfalls einsichtig: Wir stehen in der Verantwortung eines unwiderruflichen Projektes zur politischen und wirtschaftlichen Integration Europas, wobei die Währungsunion einen ihrer entscheidenden Schritte symbolisieren wird.

Als König von Spanien bekräftige ich den festen Willen meines Landes zur Beteiligung am Aufbau Europas: Der Beweis für dieses Engagement kommt am besten in der Begeisterung zum Ausdruck, mit der die junge Generation in Spanien diese für Europa so entscheidenden kommenden Jahre in Angriff nimmt.

In diesem Zusammenhang scheint der Hinweis darauf angebracht, daß die Gefahr des Scheiterns den europäischen Schaffensgeist niemals beeinträchtigt oder gar behindert hat.

Die sich stets wiederholenden Wellen des Skeptizismus, die zuweilen den Kontinent überschwemmen, sowie die Neurosen, welche gelegentlich zu intellektuellen Untergangsspekulationen aufreizen, haben sich ausnahmslos als irrige Orakel offenbart.
Die Einfalls- und Schaffenskraft des Europäers hat sich zu jeder Zeit zur Überwindung dieser falschen Ohnmachtsanfälle fähig erwiesen und zum Schluss die größten Skeptiker in Erstaunen versetzt. Paradoxerweise ist unsere eigene Vielfalt ein Born für Phantasie, Erlangung durch Wettstreit und unvergleichbare Errungenschaften. Welches Land könnte dies besser belegen, als das Land, das Sie repräsentieren, dessen geistige Errungenschaften zutiefst und untrennbar mit dem Kulturgut Europas verbunden sind.
Vor diesem entscheidenden historischen Augenblick sollten wir keine Furcht zeigen. Zu Beginn des kommenden Jahrtausends werden sich neue Bestrebungen und Ideen entwickeln, die derzeit gerade zum Vorschein kommen, jedoch noch keine Gestalt angenommen haben.

Es handelt sich um einen Auftrag, der uns alle herausfordert: Es liegt in unseren Händen zu verhindern, daß unsere Ideale, auf denen das Konzept für ein Europa errichtet werden soll, von diesem Gedankengut nicht entstellt werden. Daher teilen wir Ihren unerschütterlichen Entschluss, geschätzter Herr Bundespräsident, weiterhin für die Verteidigung der moralischen, gesellschaftlichen und politischen Werte einzutreten, für die unsere Vorfahren unermüdlich gekämpft haben.

Ebenso erinnerte uns Marías wiederum daran, daß "jeder europäische Staat bemüht gewesen ist, der beste Europas zu sein". Wir haben jüngst bewiesen, daß wir weiterhin im gleichen Maße oder darüber hinaus konkurrenzfähig sein können, wie wir es in unserer Geschichte bewiesen haben, ohne darüber unsere Harmonie und Eintracht zu zerbrechen, den einzigen Garanten für den Frieden und die Stabilität, welche wir uns alle wünschen.
Solch geartete Überlegungen sollten uns dazu veranlassen, alle Befangenheit gegenüber einer Vertiefung und Erweiterung der Europäischen Union zu bannen. Es sind uns Talent, Erfahrung und Technik zu eigen, die voll und ganz den Beitritt der Länder gewährleisten können, für die viele Jahre lang Europa Bezugs- und Hoffnungspunkt für ihr Streben nach Demokratie und Freiheit darstellte.

Ich vertrete ein Volk, das dieses Sehnen kannte und das daher diesem gemeinsamen Wunsch viel Verständnis und bedingungslose Zustimmung entgegenbringt.
Alle unbegründete und elitäre Abgeschlossenheit führt zu einem verstümmelten Europa, das folglich in seinen althergebrachten Problemen verankert bliebe.

Wir müssen jedoch unser Vertrauen und unsere Zuversicht auf ein Europa richten, das nicht allein eine wirtschaftliche oder politische Gemeinschaft bildet, sondern vielmehr eine Gemeinschaft des Denkens, der Ideale und moralischen Werte, um sich den kommenden Herausforderungen zu stellen.

Es gibt jedoch eine ganz besondere europäische Art und Weise des Angehens der Probleme und Herausforderungen. Geisteshaltungen wie die des Bundespräsidenten Herzog sind dafür sprechende Beweise. Beweise dafür, daß es sich gebietet, das entsprechende Gleichgewicht zwischen den überlieferten Werten als Garanten des Zusammenhalts unserer Gesellschaften und die für uns unverzichtbar sind, und dem für die europäische Seele so typischen Willen zur Erneuerung zu finden. Nicht umsonst nennt man Sie zu Recht "den Präsidenten der Erneuerung"!

Wir stimmen mit dem Bundespräsidenten Herzog darin überein, daß ein grundlegendes Gleichgewicht anzustreben ist, und zwar einerseits zwischen der Geborgenheit, auf deren Empfindung im Kreis der familiären, nachbarschaftliche, regionalen und staatlichen Institutionen der europäische Bürger ein Anrecht hat – worin die Rechte und Freiheiten, eine sichere Umwelt, die durch den Rechtsstaat eingebrachten Garantien, usw. einbegriffen sind -, sowie andererseits der Faszination des Neuen, der Erprobung neuer technischer Errungenschaften, der Einbeziehung fortwährender Verbesserungen in unseren Alltag, und schließlich dem sich stets erneut stellenden Wagnis, das die Bereitschaft zum Wandel mit sich bringt.

Europa – und mit ihm der Westen – hat aus historischer Sicht seinen Fortschritt dem Umstand zu verdanken, seinen Geist stets auf eine bessere Zukunft zu richten, die sich von der Gegenwart wesentlich unterscheiden soll.

Und dieses Europa, das wir uns wünschen, kann sich nicht damit zufrieden geben, daß lediglich Formeln gefunden werden für seine künftige ideale Gestaltung eines selbstgenügsamen Daseins, eingebettet in einem konsequent inneren Wohlstand. Europa bedarf auf unentbehrliche Weise auch des Blicks nach Außen, so wie es dies seit der frühen Renaissance getan hat.

Eine einzigartige Auszeichnung von äußerster Bedeutsamkeit für die europäische Kultur besteht darin, daß es die erste war, die auf alle anderen lebendigen oder untergegangenen Kulturen zugegangen ist. Auch wenn es zutrifft, daß wir in unseren klassischen Auslegungen der Geschichte im Übermaß einem möglicherweise schwerlich zu vermeidenden Eurozentrismus erlegen sind, so ist es zumindest ebenso wahr, daß die Denker des Abendlands bis in die jüngste Zeit hinein die einzigen gewesen sind, die sich der universalen Verbreitung der Kenntnisse und der Erforschung der Vergangenheit und der Gegenwart des Fremden – ob aus Uneigennützigkeit oder nicht – verschrieben haben.
Aufgrund all dessen erkennen wir im Bundespräsidenten Herzog einen entschlossenen Verfechter des Dialogs zwischen den Kulturen. Wie Sie einmal geäußert haben, "kann es nur eine einzige Strategie des Friedens geben, und dies ist die Strategie des gegenseitigen Verständnisses".

In einer Welt der Globalisierung und Wechselbeziehungen ist es heutzutage, mehr als je zuvor notwendig, die Achtung vor Unterschieden zu mehren, und uns in der Toleranz, dem Verständnis und der Solidarität, welche wesentliche Bestandteile des von Ihnen und dem deutschen Volk verfochtenen Ideals sind, zu vervollkommnen.

Wir teilen mit dem heutigen Geehrten seine Sorge angesichts der Gefahr einer potentiellen Konfrontation zwischen den Kulturen und folglich auch sein Beharren auf der Notwendigkeit, die Vertiefung unserer Anstrengungen zu einem gegenseitigen Verständnis fortzusetzen.

Bei diesem Unterfangen ist es von größter Bedeutung, daß wir auf allen Seiten vermeiden, die Angst vor einem Identitätsverlust zu schüren. Vielmehr müssen wir immer wieder und dem entgegen die Überzeugung bestärken, daß in der Mannigfaltigkeit das höchste Glück der Menschheit und ihre aussichtsreichste Zukunft liegt, sofern es uns gemeinsam gelingen sollte, das Zusammenleben in Frieden und Eintracht zum allgemeinen Grundsatz zu erheben.

Herr Bundespräsident!
Lassen Sie mich zum Schluss kommen und Ihnen als Europäer, als König von Spanien und Vorgänger in dieser Ehrung, Ihnen meine Glückwünsche mit aller Lebhaftigkeit, Herzlichkeit und Anteilnahme anlässlich dieser reichlich gerechtfertigten Auszeichnung zu übermitteln, die Ihnen für Ihre persönlichen Verdienste zu Gunsten eines in Frieden, Eintracht und gemeinsamer Zusammenarbeit geeinten Europas zugedacht wird, das der Vision für eine Zukunft Gestalt gibt, die von uns allen zusammen erlangt werden will.
Es ist gut zu wissen, daß diese Ideale und Realitäten, die wir gleichlautend zu Ihrer Persönlichkeit aufgereiht haben, auf einen Vorkämpfer von Ihrer Popularität und Ihren Geistesgaben sowie auf die bedingungslose Unterstützung seitens des deutschen Volkes zählen können. Ihr Land, Herr Bundespräsident, ist zum besten Beispiel für Eintracht und Solidarität geworden und ich erlaube mir, Deutschland zu Ihnen las seinem höchsten Repräsentanten zu beglückwünschen.

Meinen Glückwunsch auch dem Kuratorium des Aachener Karlspreises für seine glückhafte und zutreffende Wahl, erneuter Beweis für ein Wirken, das sich seit nunmehr fast fünf Jahrzehnten zu Recht großer Anerkennung erfreut. Möge sich sein Geschick Jahr für Jahr fortsetzen, denn welch besseres Zeichen ließe sich für die Gesundheit dieses Europas unserer Wünsche finden.

Ich möchte mit einer abschließenden Bemerkung zum Ende kommen und vor diesem erlauchten Publikum an unseren herausragenden Denker Ortega y Gasset erinnern, der sein Studium der Philosophie an der Universität Marburg abschloss, und welcher sich damals im Jahr 1926 aus der Tiefe seines europäischen Gemüts heraus mit folgenden prophetischen Worten beklagte:

"Besäße Europa große Pläne für ein künftiges Leben, die sich eigneten, die Phantasie zu entzünden und die Herzen höher schlagen zu lassen, bestünden in dieser alten Welt mehr Probleme als bereits vorhanden sind, allerdings hätten sich die einen oder anderen bereits glücklich lösen lassen. Die Wirklichkeit ist jedoch genau entgegengesetzt. Zum ersten Mal seit einer langen Folge von Generationen, vielleicht sogar seit Jahrhunderten, entbehrt Europa jeglicher Sehnsucht."

Beglückwünschen wir uns! Heute hat es sie. Zu einem nicht geringen Teil verdankt es dies der Willensstärke und Personen wie dem gegenwärtigen Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Professor Dr. Roman Herzog, Träger des Internationalen Karlspreises zu Aachen 1997.

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